LED

Die Energiewende geht uns alle an. Begriffe wie regenerative Energien, Energieeffizienz, ökologisches Bauen und Energie sparen gehören längst zur Umgangssprache.

Aber es ist nun einmal unumstößliche Tatsache, dass Klimaschutz mit eine der wichtigsten Aufgaben des Bundes, der Länder und der Kommunen ist, der mit sofortigen Maßnahmen und langfristigen Strategien auf allen Ebenen begegnet werden muss. Die Stadt Langen hatte seinerzeit bereits ihre lokale Verantwortung für dieses Thema erkannt und ist am 11.08.2009 der Resolution zum Masterplan Klimaschutz im Regionalforum Bremerhaven beigetreten.

Nach dem Motto „Klimaschutz beginnt vor Ort“ hatte die Stadt Langen bereits im Dezember 2007 ihre Weihnachtsbeleuchtung für die Ortschaft Langen auf LED umgestellt.

Im August 2009 wurde mit der Installation eines Pilotprojektes für LED-Außenbeleuchtung auf dem Rathausparkplatz und mit der Anstrahlung des Rathauses selbst ein nächster praktischer Schritt getan, um Energie einzusparen und den CO2-Ausstoß zu minimieren. Die Erneuerung wurde durch stadteigene Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit örtlichen Lieferanten und Dienstleistern geplant und umgesetzt. Bei dem Pilotprojekt wurden 19 LED-Leuchten installiert.

Straßenbeleuchtung vor der Umrüstung auf LED©Stadt Geestland Die bei diesem Projekt gesammelten äußerst positiven Erfahrungen zeigten den Verantwortlichen im Rathaus unter der Leitung von Bürgermeister Thorsten Krüger sehr schnell, dass weitere Schritte folgen mussten. So entstand der Entschluss, in einer wohl bundes- bzw. europaweiten einmaligen Aktion, die gesamte Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet gegen moderne LED-Leuchten auszutauschen.

Im Verlauf dieser ehrgeizigen Maßnahme, die als großflächiges Projekt - die Idee entstand im Innovatorsclub des Deutschen Städte- und Gemeindebundes - zur Erprobung der Praxistauglichkeit von LED-Straßenbeleuchtung abgewickelt worden ist, wurden von Anfang Dezember 2010 bis einschließlich März 2014 insgesamt 4.774 Straßenleuchten ausgetauscht. Das war bundes- ja sogar europaweit einmalig und hat eine Kosten-, Energie- und CO2-Reduzierung von ca. 75 % erbracht.

Ausleuchtung der Straßenbeleuchtung nach der Umrüstung auf LED am Beispiel einer Hauptverkehrstraße mit Abbiegespur, Parkstreifen u. Gehwegen dargestellt©Stadt Geestland Die seinerzeit durchgeführten geschätzten Verbrauchsberechnungen für den Stromverbrauch nach Umstellung auf LED haben ihre Richtigkeit bewiesen, denn durch diesen Austausch haben sich sowohl die Aufwendungen für den Stromverbrauch als auch für die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung für die jetzige Stadt Geestland durch die bis zu achtmal längere Lebensdauer eines LED-Leuchtmittels erheblich reduziert. Und natürlich nicht zu vergessen die Minimierung des CO2-Ausstoßes sowie die Abkehr von dem hoch giftigen, biologisch nicht abbaubaren Quecksilber, dass in den konventionellen Leuchtmitteln nach wie vor verbaut wird.

Derzeit wird die Straßenbeleuchtung mit einer Steuerungselektronik nachgerüstet. Diese Steuerung meldet die Ein- und Ausschaltzeiten, die Helligkeit, den Energieverbrauch und Störungen an den dafür eingerichteten Arbeitsplatz.  Eine Ausleuchtung von ca. 30 % ist hier aber immer gegeben. Bei der Form dieser Ausbaustufe reduziert sich der Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten sowie der CO2-Ausstoß nochmals um ca. 40% der heutigen Werte. Bei den die Nacht durchleuchtenden Lampen und bei den Lampen mit einer Nachtabschaltung reduzieren sich die Stromkosten um ca. 10%.

Stromverbrauch Stadt Geestland©Stadt Geestland Energiekostenauswertung©Stadt Geestland

Die in den Masten zu installierende Steuerungstechnik wird gleichzeitig so konzipiert, dass eine spätere Ausnutzung der mit LED-Technik möglichen Steuerung (über Fernfreischalten mittels drahtloser Übertragungstechnik, Steuerung der Beleuchtungsintensität / Lichtfarbe etc). möglich sein soll. Die Steuerung wird von einem Büroarbeitsplatz per Datenübertragung zu den einzelnen Steuereinheiten erfolgen.

Insbesondere die deutlich verlängerten Wartungsintervalle, die durch die höhere Lebensdauer der LED-Leuchtmittel entstehen, sind aus kommunaler Sicht ein erheblicher Vorteil. Die beachtlichen Einsparungen aus dem geringeren Stromverbrauch sind insbesondere deshalb von immenser Bedeutung für die künftigen Haushalte der Gemeinde, da aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre weiterhin mit erheblichen Preissteigerungen auf dem Elektrizitätsmarkt gerechnet werden muss.

Dieses zukunftsweisende Projekt zeigt beispielhaft, wie ökologische und ökonomische Vernunft Hand in Hand gehen können und dass Nachhaltigkeit kein anderes Wort für »Verzicht« ist – im Gegenteil.

Für diese Maßnahme hat die Stadt schon mehrere Auszeichnungen erhalten und wurde mehrmals als Best-Practice-Beispiel bezeichnet.
Die Stadt Langen war seinerzeit eine der Gewinnerinnen des „GreenLight Annual Award 2012“ für ihr LED-Projekt. Ferner ist diese Umstellung beim Niedersächsischen Landeswettbewerb „Klima kommunal 2012“ als Leuchtturmprojekt betitelt worden.

Das Thema Straßenbeleuchtung ist ein weites Feld, welches mit enormen Einsparpotenzialen versehen ist. Die Stadt hat sich der Herausforderung gestellt und hat in die Zukunft investiert, um Klimaschutz direkt vor Ort zu betreiben.





27 Heller wird's nicht: Ludwig Augenthaler, seines Zeichens Lichtgestalt, unternimmt mit Matthias Wittschieben einen Ritt durch die LED-Geschichte der Stadt Geestland. Na dann: Fiat Lux!©Stadt Geestland

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Herr Ludwig Augenthaler
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