Neue Mensa am Hinschweg setzt Maßstäbe

Veröffentlicht am: 06.11.2020
Autor: Merlin Hinkelmann

Mensa2 „Eigentlich wollten wir eine Eröffnungsfeier veranstalten, unsere neue Mensa ganz groß einweihen, mit allem Drum und Dran“, erzählt Isabel Zirbes, Schulleiterin der Grundschule am Hinschweg in Langen. Doch Corona machte diesem Plan einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Freude über den Neubau mit der grauen Holzfassade ist trotzdem riesig. „Die Mensa kommt bei unseren Schülerinnen und Schülern super an. Wir haben damit ein Stück Zuhause in die Schule gebracht und runden unser Ganztagesangebot ab“, sagt Zirbes.

Etwas mehr als ein Jahr haben die Bauarbeiten gedauert. „Das ist rekordverdächtig“, betont Projektleiter Günter Meyer. Coronabedingt gab es Lieferschwierigkeiten bei einigen Baumaterialien wie den Deckenplatten. „Deshalb konnten wir den Speiseraum erst nach den Herbstferien in Betrieb nehmen, und nicht wie ursprünglich geplant schon nach den Sommerferien. Die Schüler haben dann übergangsweise für ein paar Wochen in der Aula gegessen.“

Mittlerweile sind aber auch die letzten Materialien verbaut. 110 Stühle in gelb-blau-grüner Geestland-Optik stehen in dem rund 180 Quadratmeter großen Speiseraum. Durch die große Fensterfront fällt viel Licht. Es gibt ein behindertengerechtes WC, Waschbecken zum Händewaschen an den Eingängen sowie einen Trinkwasserspender, an dem die Schüler ihre mitgebrachten Karaffen auffüllen können. „Die Küche ist für maximal 300 Essen ausgelegt“, weiß Günter Meyer. Zurzeit nutzt gut die Hälfte der insgesamt 300 Schülerinnen und Schüler das Ganztagsangebot – und speist in der neuen Mensa. „Damit hat sie sich schon jetzt rentiert“, freut sich die Schulleiterin.

Mensa1 Mit der neuen Mensa hat die Grundschule am Hinschweg auch einen neuen Hausanschluss bekommen: eine größere Trinkwasserleitung, eine neue Gasleitung und eine neue Brandmeldeanlage. Bei der Energiebilanz setzt das neue Gebäude Maßstäbe: Beleuchtet wird es ausschließlich über LED-Lampen. Und auf dem Dach sollen in naher Zukunft Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wird das Bauprojekt, so viel ist schon sicher, mit „Gold“ zertifizieren. „Es ist nicht einfach, dieses Prädikat zu bekommen“, erklärt Günter Meyer. „Das bekommen nur Gebäude, die wirklich nachhaltig sind und die mit hochwertigen Naturprodukten gebaut wurden.“ Ein kleines Highlight befindet sich bereits auf dem Dach des Gebäudes – mehrere Nistkästen für einheimische Vögel und Fledermäuse sowie Insektenhotels. Diese werten die Außenoptik zusätzlich auf und machen aus der Mensa ein Vorzeigeprojekt. Besonders ist auch die Lüftungsanlage – eine Lüftung, die den Raum ausschließlich mit frischer Luft von draußen versorgt, also ohne Umluft funktioniert. „Das ist gerade in Corona-Zeiten, wo die richtige Raumbelüftung das A und O ist, ein wichtiger Aspekt“, unterstreicht der Projektleiter.

Mensa3 Ganz nebenbei schafft der neue Mensatrakt auch eine wichtige Verbindung zwischen Haupt- und Nebengebäude der Grundschule. „Von beiden Gebäudeteilen können die Schüler die Mensa ganz bequem erreichen. So müssen sie bei strömendem Regen nicht mehr quer über den Schulhof laufen. Das ist ein ganz großer Vorteil“, sagt Isabel Zirbes. Den Höhenunterschied zwischen Haupt- und Nebengebäude zu überwinden sei eine „bautechnische Herausforderung“ gewesen, so Günter Meyer. Das Hauptgebäude ist nämlich rund 80 Zentimeter höher. „Diese Differenz haben wir durch eine barrierefreie Rampe ausgeglichen.“

Insgesamt 2,3 Millionen Euro hat die Stadt Geestland in die neue Mensa und die Inneneinrichtung investiert. Geld, das aus Sicht der Schulleiterin bestens angelegt ist. „Die Schüler verbringen viel Zeit in der Schule, bis zu acht Stunden am Tag. Da ist es wichtig, dass sie sich wohlfühlen. Und genau diesen Wohlfühlfaktor schafft die neue Mensa auf perfekte Art und Weise“, so Isabel Zirbes. Dem kann sich Rafael Platek, Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur der Stadt Geestland, nur anschließen: „Das neue Gebäude sieht genauso aus, wie wir uns das erträumt haben. Es ist viel mehr als nur ein Ort, wo die Kinder ihr Essen zu sich nehmen können. Es ist auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt für die Schülerinnen und Schüler, ein Ort der Gemeinschaft.“

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