Jetzt ist es offiziell: Geestland ist Smart City!

Veröffentlicht am: 15.07.2021

Thorsten Krüger und Britta Murawski freuen sich©Stadt Geestland Die Stadt Geestland ist „Smart City“! Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat Geestland als eine von 28 Kommunen für die dritte Staffel der „Modellprojekte Smart Cities“ ausgewählt. Das bedeutet: Geestland kann in den kommenden vier Jahren zukunftsweisende Projekte mit einem Volumen von insgesamt rund 15 Millionen Euro umsetzen, die der Bund mit knapp 10 Millionen Euro fördert.

„Das ist eine großartige Nachricht für Geestland. Wir freuen uns riesig, dass wir mit unseren Projekten die Jury überzeugen konnten. Eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit und unseren Mut zur Veränderung. Und ein Antrieb, dass wir unseren nachhaltigen und zukunftsorientierten Weg in Geestland weitergehen – immer mit dem Ziel vor Augen, die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern“, sagt Bürgermeister Thorsten Krüger und richtet ein großes Dankeschön an die Politik und die Bürgerinnen und Bürger, „die uns bei der Bewerbung aktiv unterstützt und wertvolle Impulse geliefert haben“.

Unter dem Titel „Geestland. Gemeinsam Grün. Smart.“ hatte die Stadtverwaltung Ideen für eine sogenannte „Smart City“ eingereicht – eine intelligent vernetzte Stadt, die das Leben effizienter, grüner, sozialer und technologisch fortschrittlicher macht. Bei den Modellprojekten geht es darum, dass die Kommunen digitale Strategien für das Stadt- und Landleben der Zukunft erproben. In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „„Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“. Für die dritte Staffel stehen insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung. Beworben hatten sich 94 Städte, Kreise und Gemeinden sowie interkommunale Kooperationen aus ganz Deutschland.

„Die Förderung eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten. Was vorher undenkbar schien, ist jetzt möglich“, freut sich Britta Murawski, die das Projekt bei der Stadt Geestland in den vergangenen Monaten federführend begleitet hat. „Entscheidend ist, dass wir alle wichtigen Akteure aus Politik, Wirtschaft Zivilgesellschaft, Wissenschaft von Anfang an mit einbinden und Lösungen schaffen, die auf das aufbauen, was wir hier in Geestland schon erreicht haben. Gemeinsam wollen wir in Geestland zeigen, wie wir mithilfe der Digitalisierung das Leben der Menschen nachhaltig verbessern können.“

Und auch die Politik ist begeistert: „Das ist eine riesige Chance für die Stadt Geestland, den digitalen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen aktiv zu gestalten“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Claus Seebeck. „Wir werden dieses Projekt im direkten Austausch mit den Menschen in unseren Ortschaften angehen und Geestland zum Raum der Zukunft entwickeln. Ich bin sehr dankbar, dass wir gemeinsam als Politik und Verwaltung diese Möglichkeit bekommen, und bin mir sicher, dass wir damit etwas Zukunftsweisendes auf die Beine stellen werden.“ Christine Sturmheit, Vorsitzende der SPD-Fraktion, kann ihm da nur beipflichten: „Es macht mich unheimlich stolz, dass Geestland eine Smart City wird.“

Unter anderem hatte die Stadt Geestland folgende Ideen beim Wettbewerb eingereicht:

  • Smartes Flächenmanagement: Wer eine nachhaltige Stadtentwicklung vorantreiben will, der benötigt vor allem eines: Daten. Deshalb will die Stadt Geestland ihre intelligente Straßenbeleuchtung mit Sensoren aufrüsten, die weitere Umweltdaten erfassen. Mit diesen Daten könnten zum Beispiel städtische Verkehrsplanungen verbessert werden. Denkbar sind auch Notfallknöpfe oder E-Ladestationen für Fahrräder.
     
  • Stadtlabor 2.0: Ein Experimentierraum soll vielfältige Digitalisierungsthemen anschaulich und nachvollziehbar erklären – digital und direkt vor Ort: Angedacht ist ein mobiler Van, der durch die Ortschaften tourt und so einen wichtigen Beitrag für die Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung leistet. Gleichzeitig möchte die Stadt Geestland ein virtuelles Stadtlabor ins Leben rufen, um dort gemeinsam mit anderen Kommunen an digitalen und analogen Lösungen für nachhaltige Stadtentwicklung zu arbeiten. Neben seinem Beitrag zur (vor-)schulischen und Erwachsenenbildung unterstützt das Stadtlabor 2.0 auch bei der Bürgerbeteiligung.
     
  • Smart Community Hub: Aus den Erfahrungen der Pandemie heraus will die Stadt Geestland einen sogenannten „Smart Community Hub“ aufbauen. Dahinter verbirgt sich ein Zentrum, in dem physische und virtuelle medizinische Dienste gebündelt werden, darunter Telemedizin sowie Angebote für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen. Ein Ort, an dem die medizinische Versorgung von Stadt und Land neu gedacht wird. Neben dem medizinischen Schwerpunkt soll der „Smart Community Hub“ über Co-Working- und Co-Learning-Räume verfügen und somit allen Bürgerinnen und Bürgern offenstehen. „Ein solcher Community Hub mit medizinischem Schwerpunkt und den vielfältigen Funktionen zum Arbeiten und Lernen wäre einmalig“, sagt Britta Murawski. „Ganz nebenbei schaffen wir damit einen sozialen Treffpunkt, an dem Menschen ihr Wissen miteinander teilen und voneinander lernen.“
     
  • Smarte Bildung: In den örtlichen Schulen möchte die Stadt Geestland verstärkt über die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen aufklären. „Mithilfe von Technologien wie Virtual und Augmented Reality wollen wir virtuelle Lernräume schaffen, in denen wir Schülerinnen und Schülern, aber auch Erwachsenen das Thema Nachhaltigkeit von einer ganz neuen Perspektive aus vermitteln“, sagt Britta Murawski.
     
  • Smarte Mobilität: Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Partnern aus der Wirtschaft und Wissenschaft möchte Geestland autonomes Fahren erproben – und zwar in Bad Bederkesa. Autonom fahrende E-Busse sollen dabei den Beerster Ortskern mit dem Gewerbegebiet verbinden.
     
  • Smart Economy: Plattformökonomie soll den stationären Einzelhandel in Geestland stärken. „Wir denken da zum Beispiel an ein eigenes Online-Supermarktsystem, in dem unsere Einzelhändler ihre Produkte anbieten können. So haben sie die Möglichkeit, neue Marktbereiche zu erobern und ihren Kundenstamm zu erweitern“, erklärt Britta Murawski. „Ergänzend könnten wir Rabatt-Aktionen veranstalten, von denen alle Händler gleichermaßen profitieren.“ Im Idealfall würde die Stadt Geestland außerdem Lieferverkehre bündeln und so auch die CO2-Emissionen reduzieren.
     
  • Bürgerenergie: Die Stadt Geestland arbeitet weiterhin an dem Ziel, ein autarkes städtische Versorgungsnetz aufzubauen und zu testen, das ausschließlich mit grüner, regenerativer Energie versorgt wird. In Planung ist bereits ein Energie- und Innovationspark in Bad Bederkesa, der aus anfallendem Grüngut Energie für die Moor-Therme und die Schule am Wiesendamm erzeugen soll. An solchen Formen nachhaltiger Energieversorgung will Geestland seine Bürgerinnen und Bürger in Zukunft direkt beteiligen (Energiegenossenschaft). „So schärfen wir nicht nur das Bewusstsein der Menschen für den Klimawandel, sondern machen uns auch unabhängig von den Preisentwicklungen auf dem Energiemarkt“, betont Britta Murawski.
     
  • Digitaler Zwilling: Von ausgewählten städtischen Gebäuden will die Stadt Geestland einen digitalen Zwilling erstellen, also ein realitätsgetreues virtuelles Abbild. Architekten und Ingenieure können ein Gebäude zunächst digital planen, bevor sie es physisch bauen oder erweitern. So werden Risiken minimiert und Ressourcen gespart. Auch für die Bürgerinnen und Bürger hat der digitale Zwilling einen echten Mehrwert: „Die Technologie macht es möglich, dass sie geplante Gebäude digital überfliegen oder durchstreifen und uns direkt ein Feedback geben können“, so Britta Murawski.